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Martin Luther King Jr.

Warum heißt unsere Schule so wie sie heißt?

von Nidda-Ul-Fateh Malik (13. Jahrgang 2007/08)

Martin Luther King ist eine der ganz großen Persönlichkeiten des 20.Jahrhundert, die für Menschenrechte kämpften und ihren Kampf mit Mitteln der Gewaltlosigkeit führten.
Er wurde am 15.Januar 1929 in Atlanta (Georgia) als Sohn eines farbigen Baptistenpfarrers geboren. Er selbst schlug die gleiche Laufbahn wie der Vater ein. Der Hintergrund seines Lebenswerks war das jahrhundertealte Spannungsverhältnis zwischen schwarzen und weißen Amerikanern.

Martin Luther King stammte selbst von Sklaven ab, die zwischen dem 16. und 19.Jahrhundert in großer Zahl aus Afrika verschleppt worden waren und in den Südstaaten der USA auf Tabak- und Baumwollplantagen als Sklaven gehalten wurden. Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865), der u.a. wegen der Sklavenhalterei im Süden geführt wurde, unterlagen die Südstaaten, und die Sklaverei wurde aufgehoben.

Das bedeutete aber noch keineswegs, dass die ehemaligen Sklaven und ihre Nachkommen die gleichen Lebensbedingungen wie die weißen hatten. In den ehemaligen Sklavenhalterstaaten des Südens wurde die Rassentrennung gesetzlich festgeschrieben. Sie erstreckte sich auf viele Lebensbereiche; die bekanntesten beispiele waren wohl, dass Schwarze und Weiße nicht die gleichen Schulen und Universitäten besuchen durften und dass sie in öffentlichen Verkehrsmitteln in verschiedenen Bereichen sitzen mussten (“Whites only”).

Ende der 50er Jahre des 20.Jahrhunderts regte sich gegen diese Diskriminierung zunehmender Widerstand. Einzelne besonders mutige Farbige ließen sich auch durch große Repressalien nicht abhalten. Personen wie Martin Luther King unterstützten solche Aktionen und organisierten darüber hinaus Maßnahmen des zivilen Ungehorsams und riesige Demonstrationen, die das damals aufkommende Fernsehen aller Welt vor Augen führten.

Martin Luther Kings große Vorbilder waren Mahatma Ghandi, der große Inder, der mit gewaltlosen Widerstandaktionen die Engländer gezwungen hatte, ihre Kolonieherrschaft über Indien zu beenden. Die erste große Protestaktion war der Boykott öffentlicher Verkehrsmittel durch die Schwarzen von Montgomery (Alabama), der über ein Jahr dauerte und schließlich die Stadtverwaltung zwang, die Rassentrennung in den öffentlichen Bussen aufzuheben. Martin Luther King wurde deswegen mehrfach verhaftet, rassistische Fanatiker sprengten sein Haus in die Luft, und es wurden Anschläge auf ihn verübt.

Weltweites Aufsehen erregte er mit dem Friedensmarsch auf Washington, an dem sich 200.000 weiße und farbige Bürgerrechtler beteiligten. Die Welt schaute auf ihn und sein Anliegen. Die Unterstützung für seinen Kampf um volle Bürgerrechte nahm zu. Die amerikanische Bundesregierung und die Bundesgesetzgebung traten an seine Seite; Zug um Zug wurden die Rassentrennungsgesetze in den amerikanischen Südstaaten zu Fall gebracht. Der Höhepunkt in seinem Einsaz für die Menschenrechte war die Verleihung des Friedensnobelpreis im Jahre 1964. Martin Luther King und seine Mitstreiter hatten einen Prozess in Gang gesetzt, der noch längst nicht abgeschlossen war, als er am 4.April 1968 von einem Fanatiker erschossen wurde. Martin Luther King wusste, dass der Weg zur völligen Chancengleichheit für die Farbigen der USA lang sein würde, deshalb nannte er dieses Ziel ein Traum.

In seiner großen Rede zu Abschluss des Friedensmarsches sagte er in Washington: “Ich habe einen Traum, den Traum, dass eines Tages die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter zusammen am Tisch der Brüderlichkeit sitzen werden. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in der Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden. Ich habe einen Traum.”

Martin Luther Kings Anliegen und seine Persönlichkeit haben viele Menschen zum Nachahmen angeregt. Indem sich unsere Schule seinen Namen gab, hat sie sich ein Programm gegeben. Gleichheit und Gewaltlosigkeit sollten ihre Leitideen sein. Dieses Anliegen ist heute wichtiger denn je, wo viele Jugendliche ein Bestreben zeigen, sich in Gruppen einzuigeln, Dialog mit anderen nicht mehr zu suchen und stattdessen Feindbilder aufzubauen. Als unsere Schule gegründet wurde, hat man ihr den Namen gegeben, der uns heute einen Weg aus unseren Schwierigkeiten zeigen kann. Wir müssen die Botschaft, die sich mit dem Namen Martin Luther King verbindet, nur verstehen.

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